SchuldnerAtlas Berlin 2018

SchuldnerAtlas Berlin 2018

Weniger Verbraucher sind überschuldet

In den letzten zwölf Monaten ist die Zahl der überschuldeten Verbraucher in Berlin um rund 1.900 Personen (- 0,5 Prozent) zurückgegangen. Bundesweit war hingegen ein leichter Anstieg um 0,3 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt waren in der Bundeshauptstadt zum Stichtag 1. Oktober 2018 371.988 erwachsene Einwohner als überschuldet anzusehen (2017: 373.875).

Der Creditreform SchuldnerAtlas definiert private Überschuldung als einen Zustand, in dem die Ausgaben und Zahlungsverpflichtungen einer Person dauerhaft höher sind als deren Einnahmen. Hierfür sind u. a. juristische Sachverhalte – wie ein Antrag auf Restschuldbefreiung – oder auch unstrittige Inkasso-Fälle ausschlaggebend.

Die sogenannte Überschuldungsquote in Berlin, die die Zahl der überschuldeten Personen zur Bevölkerungszahl (ab 18 Jahre) ins Verhältnis setzt, verringerte sich erneut. Verstärkt wurde der nun fünfte Rückgang in Folge durch das fortwährende Bevölkerungswachstum in Berlin. 2018 beträgt die Schuldnerquote somit 12,42 Prozent (2017: 12,63 Prozent). Die Überschuldungsquote liegt aber nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt (10,04 Prozent). Nach wie vor weist jeder achte Erwachsene Berliner Überschuldungsmerkmale auf.

Harte Überschuldung nimmt ab

Berlin verzeichnet 2018 deutlich weniger Schuldner, deren Überschuldungssituation bereits verhärtet und juristisch belegt ist (hohe Überschuldungsintensität). Demnach weisen noch rund 223.000 Berliner harte Überschuldungsmerkmale auf. Das sind rund 8.500 Betroffene weniger als noch 2017. Gleichzeitig verzeichnen aber mehr Berliner weiche Überschuldungsmerkmale. Aktuell weisen rund 149.000 Personen eine geringe Überschuldungsintensität auf – ein Anstieg um rund 6.700 Fälle gegenüber 2017.

Vor allem die Gruppe der bislang hart Überschuldeten konnte offenbar von der guten Arbeitsmarktsituation und den günstigeren Finanzierungsbedingungen profitieren und die Verschuldungsintensität verringern. Nach wie vor weist aber die Mehrheit der überschuldeten Berliner eine hohe Überschuldungsintensität auf (60 Prozent der Überschuldeten).

Gute Nachrichten für Marzahn-Hellersdorf

Die gute Nachricht: In keinem der zwölf Berliner Stadtbezirke war ein Anstieg der Verbraucherüberschuldung zu verzeichnen. Am deutlichsten verringert hat sich die Schuldnerquote im Jahresvergleich 2017 / 2018 dabei in Marzahn-Hellersdorf (- 0,38 Prozentpunkte auf 15,19 Pro-zent), gefolgt von Neukölln (- 0,32 Prozentpunkte; 15,55 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (- 0,30 Prozent-punkte; 12,12 Prozent).

Spandau bleibt Berlins Schuldnerhochburg

Auch wenn sich in Marzahn-Hellersdorf und in Neukölln die Schuldnerquote zuletzt spürbar verringerte, so bleibt die Schuldnerquote in diesen Stadtbezirken doch überdurchschnittlich hoch (Neukölln 15,55 Prozent; Marzahn-Hellersdorf 15,19 Prozent). Mit 15,86 Prozent der Erwachsenen ist die Überschuldung der privaten Verbraucher aber in Spandau weiter am höchsten. Zudem nahm in Spandau die Zahl der überschuldeten Verbraucher gegen den Berliner Gesamttrend zu. Auch die Stadtbezirke Treptow-Köpernick und Reinickendorf verzeichneten mehr Überschuldungsfälle als im Jahr 2017.

Spitzenreiter unter den Berliner Stadtbezirken bleibt wie in den Vorjahren Steglitz-Zehlendorf. Die Schuldnerquote hat sich zuletzt von 8,10 auf 7,98 Prozent weiter verringert. Auf dem zweiten Rang behauptet sich Pankow mit einer Überschuldungsquote von ebenfalls unter 10 Prozent (9,62 Prozent).

Überschuldungssituation der Männer entspannt sich

Deutlich zurückgegangen ist die Schuldnerquote der Berliner Männer. Aktuell sind 16,08 Prozent als überschuldet anzusehen, im Vorjahr waren es noch 16,40 Prozent. Damit sind Männer aber weiterhin deutlich stärker von Überschuldung betroffen als Frauen. So gelten Männer bei Finanzentscheidungen als risikoreicher. Zudem sind sie immer noch häufig als Hauptverdiener finanziell stärker gefordert. Die Überschuldungsquote der Frauen nahm in den letzten zwölf Monaten von 8,84 auf 8,79 Prozent ebenfalls ab – aber nicht so stark. Verglichen mit den bundesweiten Zahlen (Männer: 12,55 Prozent; Frauen: 7,65 Prozent) sind die Schuldnerquoten beider Geschlechter in Berlin höher.

Überschuldungsproblem bei 40- bis 49-Jährigen

Jeder sechste Berliner (16,79 Prozent) im Alter zwischen 40 und 49 Jahren weist Überschuldungsmerkmale auf. Gegenüber 2017 (Schuldnerquote: 16,67 Prozent) hat sich die Situation in dieser Altersgruppe verschärft. Eine Entspannung verzeichnet dagegen die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, bei denen die Schuldnerquote von 14,64 auf 14,05 Prozent zurückging.

Auch die Schuldnerquote von jungen Erwachsenen unter 30 Jahren verringerte sich und liegt bei 6,47 Prozent. Zudem hat die Überschuldungssituation in dieser Altersgruppe oftmals noch nicht die Intensität (Anzahl der Gläubiger und Höhe des Schuldenvolumens) erreicht wie bei älteren Personen.

Eine generell geringere Überschuldungsquote gibt es in der Altersgruppe der Berliner Senioren ab 70 Jahren. Die Überschuldungsquote hat sich aber gegen den Trend zuletzt erhöht (von 3,97 auf 4,21 Prozent).

 

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Berlin, 11. Dezember 2018

 

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Creditreform Berlin Brandenburg Wolfram KG

Christian Frey

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