Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr

Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr

Die gute Nachricht vorweg: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist erneut gesunken. Genauer gesagt: In 2012 auf 29.500 Insolvenzfälle. Gegenüber dem Vorjahr (30.120 Fälle) entspricht dies einem Rückgang um 2,1 Prozent. Weit kräftiger ausgefallen war der Rückgang in 2011 mit minus 6,1 Prozent sowie im Jahre 2010 (minus 2,6 Prozent). Zu erklären sind die Ergebnisse der beiden Vorjahre mit der Erholung von der vorausgegangenen einschneidenden Wirtschaftskrise.

Auch bei den Verbraucherinsolvenzen ist aktuell eine sinkende Zahl der Fälle zu verzeichnen. Insgesamt mussten 101.500 Verbraucher einen Insolvenzantrag stellen, das bedeutet: 1,7 Prozent weniger als im letzten Jahr (2011: 103.250 Fälle). Damit nähert man sich wieder der Marke von 100.000 Verbraucherinsolvenzen an. Seit 2009 wurden stets mehr als 100.000 insolvente Verbraucher im Jahr gezählt.

Von weniger guten Nachrichten überschattet sind die Insolvenzschäden in 2012. Die Summe beläuft sich für das vergangene Jahr auf 38,5 Mrd. Euro. Das sind 17 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr, als sich die Schäden auf 21,5 Mrd. Euro summierten. Dabei entfallen 26,2 Mrd. Euro (2011: 15,4 Mrd. Euro) auf private oder gewerbliche Gläubiger, während die öffentliche Hand mit 12,3 Mrd. Euro (2011: 6,1 Mrd. Euro) belastet wird. Damit stieg die durchschnittliche Schadenssumme je Insolvenzfall im Jahr 2012 auf 888.000 Euro, nachdem es im Vorjahr nur 511.000 Euro waren.

Den stärksten Rückgang bei den Insolvenzen weist in 2012 der Handel auf. Dort verringerte sich der Anteil der Handelsunternehmen am Insolvenzgeschehen um 2,6 Prozent von 6.190 auf 6.030 Betriebe. Die Insolvenzquote (Zahl der Insolvenzfälle bezogen auf den Unternehmensbestand) ist im Handel von 96 auf 93 gesunken. Zum Vergleich: Die Insolvenzquote über alle Branchen hinweg beträgt aktuell 93 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen (Vorjahr: 95). Bemerkenswert ist dabei, dass die ostdeutsche Insolvenzquote erneut unter der westdeutschen liegt, nachdem dies im Vorjahr erstmals der Fall war. So rutschen in den neuen Bundesländern derzeit 87 Firmen je 10.000 Unternehmen in die Insolvenz (Vorjahr: 93), während es in den alten Bundesländern immerhin 95 Firmen sind (Vorjahr: 96). Und auch der Dienstleistungssektor zeigt einen Rückgang bei den Insolvenzen: Die Zahl der Zusammenbrüche von Dienstleistern sank um 2,4 Prozent von 17.210 auf 16.800 Fälle.

Deutlich zugenommen hat hingegen die Zahl der insolventen Großunternehmen in 2012. 150 Firmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Mio. Euro blieb der Antrag auf Insolvenz nicht erspart. Dabei waren es im Vorjahr gerade einmal 90 Unternehmen - ein Zuwachs um 66,7 Prozent. Ebenfalls stark gestiegen ist die Insolvenzbetroffenheit unter den Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 25 und 50 Mio. Euro. Während 2011 nur 150 Unternehmen dieser Größenklasse den Gang zum Amtsgericht antreten mussten, sind es aktuell 180 Insolvenzfälle (plus 20 Prozent).

Und was wird 2013 der Wirtschaft bringen? Creditreform geht von einer Stagnation beim Insolvenzgeschehen aus. So wird sich die etwas schwächere Konjunktur zur Jahresmitte wieder festigen, und auch bei der Finanzierungssituation sind keine Restriktionen zu erwarten. Der Zins wird niedrig bleiben. Das hilft nicht nur den größeren Betrieben, sich günstig auf dem Kapitalmarkt mit Geld zu versorgen, sondern auch den kleineren beim Bankkredit.

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